«Ja zum Verhüllungsverbot»: 10 Fragen an Andreas Glarner (SVP)

Zu der kommenden Eidgenössischen Volksinitiative am 7. März 2021 «Ja zum Verhüllungsverbot» hat facts24.ch Befürworter und Gegner (jedwelchen Geschlechts) nach ihren persönlichen Argumenten gefragt. Ein kleines Frage-Antwortspiel zu einem doch ernsten Thema.

(Lesezeit: ca. 5 Minuten | Aktualisiert: 07.02.2021, 01:24)

(Sofort zu der Fussnote: Hinweise zu den Interviews anzeigen!)

Andreas Glarner, SVP

Der 1962 in Glarus geborene Unternehmer und SVP-Politiker Andreas Glarner befürwortet persönlich die Volksinitiative. Bei dieser «Spam»-Aktion hat Andreas Glarner gewonnen! Er hatte am schnellsten und einfachsten reagiert, mein Kompliment!

In Kürze:
Eines der Argumente Glarners ist, dass eine gewisse Gefahr davon ausgeht, dass sich Männer derart als Frauen verhüllen könnten, um die Gesellschaft zu bedrohen. Den Gegenvorschlag des Bundesrats, der die Initiative ablehnt, nennt Andreas Glarner «schlicht eine Frechheit».

10 Fragen zur „Burka“-Initiative an Andreas Glarner

facts24.ch: Laut Bundesrat ist die Vollverschleierung in der Schweiz ein «Randphänomen». Müssen Kleidervorschriften einer winzigen Minderheit wirklich in das Gesetz geschrieben werden? (Und falls ja, welche Bedrohung für die Gesellschaft geht von Frauen mit Vollverschleierung aus?)

Andreas Glarner: Burkas sieht man im allgemeinen Strassenbild zwar noch nicht allzu viel. In der Stadt Zürich und auch im Limmattal sieht man diese aber immer öfter. Im europäischen Ausland sieht man die Folgen, wenn jetzt nicht gebremst wird.
Es gilt, den Anfängen zu wehren. In unserem Kulturkreis sieht man sich in die Augen. Eine Bedrohung ist insbesondere dann gegeben, wenn sich Männer derart verdeckt als Frauen ausgeben.

facts24.ch: Laut Bundesrat ist es bereits heute gesetzlich verboten, jemanden zu zwingen, sein Gesicht zu verhüllen, was der Initiativtext verlangt. Wäre es nicht besser, entsprechende praktische Hilfsangebote wie zum Beispiel ein Notruf-Telefon für Betroffene aufzubauen? Oder glauben Sie, dass der Gesetzestext z.B. islamistische Ehemänner davon abhalten wird, die Frau zu zwingen, sich zu verschleiern?

Andreas Glarner: Natürlich ist es bereits heute schon verboten, jemanden zu zwingen. Eine Frau aus diesem Kulturkreis wird aber nie zugeben, dass sie gezwungen wurde.
Beratungsangebote bringen nur der grassierenden Sozialindustrie etwas – eine Frau aus diesem Kulturkreis wird sich nicht freiwillig dort melden.
Ja, ein entsprechendes Gesetz wird eine radikale Änderung bewirken und viele Frauen vor dieser unwürdigen Verschleierung bewahren.

facts24.ch: Der indirekte Gegenvorschlag des Bundesrats, der automatisch in Kraft tritt, falls die «Burka-Initiative» abgelehnt wird, regelt z.B. dass Personen bei einer Polizeikontrolle zwecks Personenfeststellung das Gesicht freimachen müssen. Reicht das nicht? (Falls nein, warum nicht?)

Andreas Glarner: Der indirekte Gegenvorschlag ist schlicht eine Frechheit. Noch nie wurde eine Initiative mit einem derart absurden Gegenvorschlag bekämpft. Dieser hat – bis auf die Pflicht, sein Gesicht gegenüber Amtspersonen zu zeigen – überhaupt nichts mit dem Anliegen der Initiative zu tun. Er ist vielmehr ein Konjunkturprogramm für die sonst schon grassierende Sozialhilfeindustrie.

facts24.ch: Ist der gewaltbereite Islamismus, der von verschleierten Frauen ausgeht, eine reale Bedrohung in der Schweiz?

Andreas Glarner: Ja, der gewaltbereite Islamismus ist eine ernsthafte Bedrohung für die Schweiz – bereits wurden erste Attentate in der Schweiz verübt – weitere werden zweifellos folgen !

 

facts24.ch: Insbesondere im Tessin gilt bereits seit 4 Jahren ein Burkaverbot. Gibt es da positive Erkenntnisse, oder zeigen die Tessiner Erfahrungen, dass die Gesichtsverhüllung keine Relevanz hat?

Andreas Glarner: Natürlich sind die Ergebnisse im Tessin positiv – man sieht keine Burkas mehr !

facts24.ch: Werden Sie auch abstimmen? Aus welchen Beweggründen, wie sind Ihre persönlichen Argumente?

Andreas Glarner: Selbstverständlich werde ich abstimmen und aus allen obigen Gründen ein überzeugtes JA einlegen !

facts24.ch: Laut Prognosen von Schweizer Nachrichtenmagazinen hat die Burkainitiative gute Chancen, vom Volk angenommen zu werden. Wie schätzen Sie persönlich den Ausgang der Abstimmung ein?

Andreas Glarner: Es wird ein deutliches Ja geben !

facts24.ch: Sind Sie selbst schon einmal persönlich einer vollverschleierten Frau begegnet und hatten Sie dabei negative Gefühle, oder sogar Erfahrungen gemacht? Oder vielleicht sogar umgekehrt, positive Erfahrungen gemacht?

Andreas Glarner: Im Limmattal, insbesondere in Spreitenbach, Dietikon und Schlieren bin ich schon solchen Frauen begegnet. In der Stadt Zürich natürlich auch – dort handelt es sich aber meist um Touristinnen. Natürlich hatte ich dabei negative Gefühle – vor allem aber auch grosses Bedauern mit diesen leidgeplagten Frauen !

facts24.ch: Es ist davon auszugehen, dass ein Teil der vollverschleierten Frauen die Gesichtsverhüllung freiwillig praktizieren. Wäre die Annahme der Volksinitiative dann nicht ein schwerer Eingriff in die persönlichen Rechte? Oder in die religiösen Rechte?

Andreas Glarner: Nein, es ist davon auszugehen, dass die meisten Frauen ihr Gesicht nicht freiwillig derart verschleiern. Der Schleier ist ein Zeichen einer sehr rückständigen Religionsauffassung und Kultur !

facts24.ch: Dass von extremistischem Islamismus eine Gefahr für die freiheitliche Gesellschaft ausgeht, zeigen tödliche Anschläge weltweit. Aber alleine in Europa werden deutlich weniger Anschläge durchgeführt, als im Rest der Welt. In der kleinen Schweiz gibt es kaum islamistische Anschläge. Erst recht nicht von Frauen mit Schleiern. Was wäre also die Lösung für das «Problem» Vollverschleierung, gibt es dieses Problem überhaupt?

Andreas Glarner: Wehret den Anfängen !

Andreas Glarner: 11. (als Zusatz)

Neben der Burka und dem Niqab sind auch Hooligans und Chaoten, wie man diese am 1. Mai und an Fussballmatches antrifft, betroffen. Immer mehr verüben vermummte Chaoten Angriffe auf unsere Polizistinnen und Polizisten, schlagen Schaufenster ein und verüben Plünderungen. Diesem treiben kann mit dem Vermummungsverbot wirksam begegnet werden.

Weblinks zu Andreas Glarner:
Homepage: www.andreas-glarner.ch
Twitter: @andreas_glarner
Facebook: @andreas.glarner.3

 

 

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facts24.ch hat an etwa zwei Dutzend Persönlichkeiten insbesondere aus der Schweizer Politik eine spontane E-Mail versendet, und um Antworten auf 10 Fragen zur Initiative gebeten. Die zugespamten Politiker und Politikerinnen haben sich aber insgesamt zeitnah gemeldet und sind sehr engagiert, obwohl «facts24.ch» ein «Nobody» ist. Vielen Dank an dieser Stelle!

Bis zum Abstimmungsdatum 7. März 2021 werden in dieser Beitragsreihe die Antworten und Argumente zur Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» publiziert. Und zwar der Reihe nach. Angefragt wurden alle politischen Lager, von der «Mitte», bis an den linken oder rechten Rand.

Die hier publizierten Antworten der angefragten Persönlichkeiten werden unbearbeitet, unzensiert und auch nicht kommentiert veröffentlicht.

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