Kommentar: Hundewelpen zu „unschlagbaren“ Preisen: Vorsicht!

Betrugsmaschen gibt es nicht wenige, auch im Zusammenhang mit dem Welpenkauf für zukünftige HundehalterInnen versuchen Betrüger, von leichtgläubigen Menschen Geld zu ergaunern.

(Lesezeit: ca. 3 Minuten | Aktualisiert: 07.02.2021, 23:20)

Wer sich einen Hund zulegen möchte, der hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder man kauft einen Welpen, oder man adoptiert einen Hund.

Auch bei der Adoption muss man mit einer Gebühr rechnen. Diese ergibt sich aber nicht wie beim Welpenkauf für „das Tier an sich“ oder die Rasse und den Stammbaum, sondern insbesondere aus den „Auslagen“ die auch wirklich getätigt wurden; also beispielsweise eine durchgeführte Kastration/Sterilisierung, oder Impfungen oder auch Herkunfts- und Gesundheitsbescheinigungen.

Vorsicht beim Welpenkauf!

Für Hundewelpen werden zuweilen stattliche Beträge geleistet, sowieso wenn es sich um junge Rassenhunde mit Stammbaum handelt. Da geht es sofort um vierstellige Beträge: ein neugeborener, klassischer Deutscher Schäferhund kann mehr als 20’000 Schweizer Franken kosten.

Die cybercrimepolice.ch warnt vor Betrügern, die beim Welpenkauf als vermeintliche Händler fungieren und Vorschuss- bzw. Anzahlungsgelder hintergehen.

Die Masche:
Die Betrüger bieten im Internet in Inseratemärkten und anderen Plattformen süsse Welpen an und verlangen von den potentiellen Kunden eine Vorschussleistung für die „Reservation“ des Tieres. Typischerweise zu „unschlagbaren“ Preisen.

 

 
Es liegt auf der Hand; das Hundebaby wird nach geleisteter Reservationsgebühr und vorgetäuschter Aufzucht nicht geliefert, weil es nicht existiert. Vorgängig wird behauptet, das Jungtier werde nach „Deutschland, Österreich und der Schweiz geliefert“.

Laut Kantonspolizei Zürich erstellen die Betrüger Fake-Websites oder -Inserate, die den Anschein erwecken, dass sich der Absender beispielsweise in Hamburg befindet, sich in Wahrheit aber mit wenig Recherche beispielsweise im afrikanischen Kamerun identifizieren lässt. Demnach werden die Selbstabholung des Tieres sowie auch die Frage nach vorgängigen Besuchen gezielt umgangen.

Als konkretes Beispiel für die Betrüger führt die Zürcher Kantonspolizei die Website „Ramon Labrador“ an, deren Domain-Adresse sie im Screenshot unkenntlich gemacht hat, die aber nach einer simpelsten Google-Anfrage entsprechend auf Platz 1 steht.

Hinweis in persönlicher Sache

Eigentlich bin ich selber kein „Hündeler“, aber unter der gegebenen beziehungstechnischen Konstellation adoptierten ich und meine damalige Lebenspartnerin 2013 eine Mischlingshündin aus Rumänien, angeblich ein ehemaliger Strassenhund.

Die aus der rumänischen Stadt Băile Herculane stammende Tierorganisation ProDogRomania e.V., die mittlerweile auch eine Adresse in Deutschland hat, suchte auf Facebook einen geeigneten Platz für die damals 5-jährige „Luisa“, eine Mischung aus hmmm Norfolk Terrier und Dackel, oder so ;o)
(die damalige Freundin biss darauf sofort an, aber der, der sich um das Hündchen kümmern musste, war ich ^^)

Willst Du wirklich soviel Geld für scheinbar optimale Voraussetzungen (Welpe, Rasse, Stammbaum) ausgeben?

Um es schnell auf den Punkt zu bringen: meine damalige Freundin und ich nahmen das liebe Tierchen zu uns auf, nannten sie „Lisa“ und hatten 5 schöne Jahre.

Dann flüchtete ich mit Lisa zurück in meine Heimat Graubünden. Für Lisa zahlten wir damals etwa 600 Franken, bereits an der „Übergabe“ im süddeutschen Tuttlingen sprang die liebe Lisa sofort zu uns hin, und wirbelte um unsere Füsse, obwohl etwa 5 neue Hundebesitzer ihr Adoptivtier empfingen.

Bis heute hatte ich noch rein gar „nichts“ mit der Lisa, die ist kerngesund, macht absolut keine Probleme, ist wirklich fröhlich, lebenslustig und meiner Meinung nach voll glücklich, sie bringt mich jeden Tag zum Lachen und bereichert mein Leben ungemein.

Hiermit möchte ich nicht potentielle Welpenkäufer vor ihrer Entscheidung abschrecken, aber bezeugen, dass Vorurteile gegenüber „älteren“ Hunden aus Tierheimen oder aus dem Ausland fehl am Platz sind. Im Gegenteil; gewisse „Rassehunde“ können sehr wohl rassetypische gesundheitliche Nachteile mit sich bringen, die nicht dem Ziel dienen, dem Tier das man in sein Leben nimmt, ein gesundes und schmerzfreies Leben bis ins hohe Alter zu gönnen.

In diesem Sinne kann ich „ProDogRomania“ wirklich empfehlen. Lisa ist nun bald 14 und hat immer noch kein einziges Zipperlein, geschweige denn (Verhaltens-)Probleme oder Krankheit. Okay, sie ist mittlerweile langsamer und geniesserischer, aber wirklich absolut pflegeleicht und gibt mir sehr viel Zuneigung und Aufmerksamkeit.


Bild: Lisa, 2013 😊🐶

 

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